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| Autor | Was war zuerst da - Gewässer, Dörfer oder Kirchen |
Thiele
 Fünf Sterne
 Beiträge: 24 verfasst: 13.02.2004, 15:24 Uhr  
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Lage der Kirchen an Gewässern
Diese Aussage von Prof. Bergmann geht völlig an den tatsächlichen Gegebenheiten vorbei.
Die Klausenkapelle in Meschede liegt auf einem vollkommen trockenen Bergsporn, zu dem jeder Tropfen Wasser mühsam aus dem Tal herauf geschafft werden musste.
Nicht viel anders sieht es bei der Kirche von Wiblingwerde aus. Hier sind zwar in der Umgebung des Ortes einige Quellen vorhanden, die aber allesamt in heißen Sommern – also genau dann, wenn der größte Wasserbedarf anfällt – austrocknen. Die einzige Quelle in der Gegend, die auch in heißen Sommern Wasser führt liegt fast eineinhalb Kilometer Weges von der Kirche entfernt. Wie wenig Wasser auf dem Berg von Wiblingwerde vorhanden ist, zeigt auch die Tatsache, dass in der Umgebung des Ortes mehrere Brunnen gegraben werden mussten. Die Kirche wurde hier ebenfalls eindeutig nicht an einem Gewässer errichtet.
Die Kirchen von Berghausen (Schmallenberg), Lüdenscheid, Dröschede (Iserlohn), Boele (Hagen), Berchum (Hagen) und Syburg (Dortmund) – um nur einige wenige weitere zu nennen – wurden ebenfalls abseits von Gewässern erbaut.
Ein schönes Beispiel, dass Kirchen und Kapellen auch abseits der Gewässer erbaut wurden, ist die Drüggelter Kapelle. Direkt neben der Kapelle kann heute noch jeder Besucher den Brunnen in Augenschein nehmen, der hier gegraben wurde. Und dass Prof. Derks von der Uni Essen das Wort „Drüggelte“ mit „trockene Stelle“ übersetzt, sollte Prof. Bergmann zu denken geben.
Auch die spätere Aussage von Prof. Bergmann, man habe schließlich im Mittelalter keine Brunnen errichtet, ist ebenso wenig haltbar wie seine Auffassung zu den Gewässeransiedlungen. Bereits seit dem frühen Neolithikum wurden Brunnen gegraben (siehe hierzu „Ein Land macht Geschichte“). Zu mittelalterlichen Brunnenanlagen sind Prof. Bergmann die jährlichen Grabungsberichte im „Neujahrsgruss“, herausgegeben vom Amt für Bodendenkmalpflege in Münster, zu empfehlen.
Ebenso mag er erklären wie die vielen Burganlagen ohne Brunnen – die nachweislich vorhanden sind – mit Wasser versorgt werden sollten.
Wolfgang Thiele
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Admin
 Drei Sterne
 Beiträge: 13 verfasst: 10.02.2004, 18:49 Uhr  
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Bei der Diskussion im Hertener Glashaus vertrat der Mediävist Professor Werner Bergmann folgende These:
Die frühen Siedlungen (er schränkte ein ab dem 12. Jhdt., weil es erst ab diesem Zeitpunkt schriftliche Quellen gäbe) wurden grundsätzlich an fließenden Gewässern errichtet. Weiterhin scharten sich die Siedlungen immer um die Kirchen, die das Zentrum seien. Überspitzt formuliert bedeute dies nach Bergmann, "dass die fließenden Gewässer der Sternkarte unserer Ur-Ur-Vorfahren entsprochen haben."
Da Bergmann diese Entwicklung für ein starkes Argument gegen die Theorie hält, sollte es in diesem Thread diskutiert werden. | | |
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